Sich selbst neu erfinden – der Weg in die Selbstständigkeit - Katja von Glinowiecki
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Sich selbst neu erfinden – der Weg in die Selbstständigkeit

Sich selbst neu erfinden – der Weg in die Selbstständigkeit

 

Der Weg in die Selbstständigkeit ist einer, den sich viele Angestellte im Laufe ihres Lebens überlegen, zu gehen. Doch ein Großteil von ihnen scheitert bereits an der grundlegenden Frage, was sie eigentlich machen möchten. Wie sieht er denn nun konkret aus, dieser Weg, und lässt sich überhaupt pauschalisieren, was richtig und was falsch ist?

Was möchte ich machen?

Der erste Schritt in die Selbstständigkeit ist, sich selbst zu hinterfragen. Wenn du dich selbstständig machen möchtest, dann gehe intensiv in dich und frage dich, was du überhaupt machen möchtest. Wo liegen deine Stärken und vor allem: Was macht dir Spaß? Viele Angestellte, die sich selbstständig machen, tun das in dem Bereich, in dem sie bereits als Angestellte unzufrieden waren. Einfach nur, weil sie das schon können. 

Doch zum Sich selbstständig machen gehört Mut. Der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser kann manchmal Wunder wirken. Suche dir einen Beruf aus, der dir Freude bereitet und den du jeden Tag gerne machst. Viele Quereinsteiger machen eine Ausbildung und immer wieder Weiterbildungen. Sie brauchen das als Sicherheit, denn zur Selbstständigkeit gehören auch ständige Zweifel. „Bin ich gut genug?“, „Kann ich das überhaupt?“ – Fragen wie diese sind, zumindest anfangs, beinahe alltäglich. Doch wenn du etwas gerne tust und es deinem Charakter und deinem Können entspricht, dann sind viele Aus- und Weiterbildungen vielleicht gar nicht mehr nötig.

Wie gelingt der Sprung in die Selbstständigkeit?

Um dir eine Selbstständigkeit aufzubauen, brauchst du Mut, Selbstvertrauen und Hartnäckigkeit. Am Anfang musst du dich sicherlich von Kleinigkeit zu Kleinigkeit hangeln. Der erste Anruf bei einem potenziellen Kunden macht dir sicherlich so viel Angst, wie deine ersten Werbemaßnahmen oder gar ein erstes Projekt. Doch das gehört dazu und mit jedem Telefonat, mit jedem Projekt wirst du selbstbewusster.

Was auf dem Weg in die Selbstständigkeit enorm wichtig ist, sind Menschen, die einen unterstützen. Sei es der Partner, die Familie oder Freunde, es werden Zeiten kommen, in denen du zweifelst. Ein „Du schaffst das!“ kann da wahre Wunder wirken. Wenn deine Familie und Freunde eher skeptisch sind, dann solltest du dir einen Kreis mit Menschen schaffen, die dich unterstützen und die deinen Weg vielleicht sogar schon gegangen sind. Als Selbstständiger darf man sich außerdem nicht scheuen, aktiv um Hilfe zu bitten, wenn man sie benötigt. Du wirst sehen, die meisten Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn sie gebraucht werden – schließlich ist das ein großer Vertrauensbeweis!

Auch ein Coaching hilft an dieser Stelle sehr gut. Als Coach unterstütze ich Gründer, eigene Lösungen zu finden. Ich bin dabei wertfrei und berate nicht. Aber mit einem „Mach doch einfach mal!“ schaffen viele bereits einen ersten Schritt. Und das Gefühl, dass jemand hinter einem steht, gibt einem eine extra Portion Kraft.

Wenn du dich mit Kindern selbstständig machen möchtest, dann frage dich im Vorfeld, wo deine Kapazitätsgrenzen sind und gib dich nicht selbst auf! Setze klare Grenzen. Suche dir beispielsweise Kunden im Ausland und nutze die Zeitverschiebung, um dann arbeiten zu können, wenn deine Kinder in der Schule/im Kindergarten sind oder schlafen. 

Gehe den ersten Schritt!

Viele Starter kommen nicht weit, weil sie zu weit hinausplanen. Sie sind gedanklich bereits bei Schritt Nummer 85, sind jedoch den ersten noch nicht einmal gegangen. Doch lass dir gesagt sein: Der Weg entsteht im Gehen! Die meisten Szenarien, die du dir in deinem Kopf ausmalst (und als Gründer sind die meist negativ), werden so nicht eintreffen. Und wenn du einen Weg eingeschlagen hast, kannst du immer wieder umdrehen, in eine andere Richtung gehen, einen Shortcut nehmen oder einen Umweg. Hauptsache, du bleibst nicht stehen! 

Was unterscheidet junge von älteren Gründern?

Als Coach arbeite ich mit jüngeren und älteren Menschen zusammen und entdecke hier oft Unterschiede. Junge Menschen suchen meist Ziele und arbeiten aktiv auf etwas hin, während ältere Angestellte mit Berufserfahrung eher den Sinn hinter der angestrebten Selbstständigkeit hinterfragen. Denn das Streben danach, einen Status aufzubauen, ist irgendwann befriedigt. Dann zählen andere Dinge. Der Blick einer neutralen Person von außen kann beiden Gruppen dabei helfen, herauszufinden, was sie wirklich wollen, was ihnen im Leben wichtig ist und wo ihre Stärke und Werte liegen.

Werte an sich sind im Allgemeinen sehr wichtig. Die Stärken ändern sich im Laufe des Lebens kaum, die Werte hingegen schon. Es kann daher vorkommen, dass das Businessmodell sich über die Jahre immer wieder ändert. Das sollte es auch, denn es ist wichtig, als Selbstständiger nicht festgefahren zu sein und sich selbst und seine Werte immer wieder zu hinterfragen. 

Wer merkt, dass er keine Freude mehr hat an dem, was er tut, der muss etwas ändern. Als Selbstständiger hat man das selbst in der Hand. Und auch hier gilt: Du musst einfach den ersten Schritt gehen – der Rest wird sich regeln.