Immigration und Leben als Expat – das sind die Unterschiede - Katja von Glinowiecki
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Immigration und Leben als Expat – das sind die Unterschiede

Immigration und Leben als Expat – das sind die Unterschiede

 

Wer mit dem Gedanken spielt, ins Ausland zu gehen und dort zu leben, der wird mit allerlei Fragen konfrontiert. Bleibe ich für immer oder komme ich nach einem bestimmten Zeitraum zurück? Wie wird mein Leben sich verändern? Welche rechtlichen Hürden kommen auf mich zu? Was das Leben als Expat und als Immigrant voneinander unterscheidet, wie das eigentlich mit den Staatsbürgerschaften läuft und wie das Leben im Ausland einen prägt, erfährst du in diesem Beitrag.

Was unterscheidet Expats von Immigranten?

Im ersten Moment stellen sich viele die Frage, was denn eigentlich einen Expat von einem Immigranten unterscheidet.
Als Expats oder Expatriats werden die Menschen bezeichnet, die nur für einen bestimmten Zeitraum ins Ausland gehen. Das kann aufgrund eines Projektes sein, aus beruflichen Gründen oder weil man sich eine persönliche Auszeit nehmen möchte.
Ein Immigrant hingegen hat im Moment des Auswanderns vor, für immer oder zumindest für eine nicht absehbare Zeit im Ausland zu leben. Er hat daher sicherlich eine andere Motivation, sich im neuen Land vollständig zu integrieren als der Expat.

Die Einbürgerung und Integration in einem fremden Land

Wer für einen längeren Zeitraum im Ausland lebt, der wird früher oder später mit der Frage konfrontiert, ob er sich in seiner Wahlheimat einbürgern lassen und eventuell sogar die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben möchte.
Sicherlich sind von solchen Gedanken eher Immigranten betroffen als Expats. Schließlich kommen die ja irgendwann wieder zurück und werden daher die deutsche Staatsbürgerschaft nicht abgeben wollen. Jedoch kann es durchaus auch für Expats, die mehrere Jahre im Ausland verbringen, wichtig sein, sich über die rechtlichen Aspekte einer Einbürgerung Gedanken zu machen.
Wichtig ist vor allem die Frage, inwieweit man selbst das Leben in der neuen Heimat mitgestalten möchte. In den meisten Ländern kann man beispielsweise erst politisch agieren, also einer Partei beitreten oder wählen, wenn man eingebürgert wurde. Weiterhin ist es auch die Zusammenarbeit mit den Ausländerbehörden, die vielen Immigranten auf Dauer zu anstrengend wird. Wer eingebürgert ist, der muss keine Rechenschaft mehr gegenüber der Ausländerbehörde ablegen.
In manchen Ländern gibt es die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft, die gerne genutzt wird. Der Vorteil hier ist natürlich, dass man den Pass der Wahlheimat bekommt, ohne den eigenen abgeben zu müssen. Man behält also seinen Status, ein Stück weit auch seine Identität.
Doch hängt die persönliche Identität tatsächlich mit der Staatsbürgerschaft zusammen? Man hört oft, dass Menschen, die ausgewandert sind und die deutsche Staatsbürgerschaft abgegeben haben, sich nunmehr nur noch als Gast im Geburtsland fühlen. Doch warum sollte man sich wegen eines Stück Papiers plötzlich in der Heimat nicht mehr willkommen fühlen? Diese These kann man weder be- noch widerlegen, denn sie ist sehr individuell. Während der eine ein Weltenbummler ist, der sich nichts aus Grenzen und Staatsbürgerschaften macht, hängt der andere an seinem deutschen Pass. Heimat ist eben ein Begriff, den jeder anders interpretiert. Die Möglichkeit, jederzeit ins Geburtsland zurückkehren zu können, gibt vielen deutschen Auswanderern jedoch eine gewisse Sicherheit.
Unabhängig von der Staatsbürgerschaft ist es auch die Integration, die ein wichtiges Thema darstellt. Sie hat viele Dimensionen, die noch über die Sprache, das Essen und ein soziales Netzwerk im neuen Land hinausgehen. Wie gut die Integration funktioniert, hängt jedoch nicht nur vom Expat oder Immigranten ab, sondern auch vom Zielland. Es gibt Länder, die in der Vergangenheit von der Immigration geprägt wurden, wie die USA oder Argentinien. Andere Länder wiederrum sind keine klassischen Immigrationsländer, weshalb das Leben für Ausländer hier schwieriger sein kann und es durchaus Immigranten gibt, die sich auch nach Jahren noch wie ein Gast fühlen. Die Ansätze hier sind völlig unterschiedlich.

Wichtig für Expats: Die Reintegration

Wenn man den Beschluss gefasst hat, ins Ausland zu gehen, bereitet man sich intensiv darauf vor. Man rechnet sozusagen mit dem Kulturschock. Der Schock, den die Rückkehr mit sich bringt, kommt hingegen meist überraschend. Wer für längere Zeit im Ausland lebt, der sollte sich bewusst darüber werden, wie nachhaltig fremde Länder und Kulturen einen prägen können. Wir verlassen unsere Komfortzone und das hat einen großen Einfluss auf uns. Es kann passieren, dass danach alte Freundschaften zerbrechen, da Menschen, die nie im Ausland gelebt haben, das Erlebte nicht nachempfinden können. Expats haben daher oft einen Freundeskreis, der überall auf der Welt verteilt ist.
Wie sich das Leben im Ausland also gestaltet, ist sehr unterschiedlich. Von der Integration über die Einbürgerung bis hin zur Reintegration spielen viele individuelle Faktoren eine Rolle für das Gelingen.