Entscheidungen – so triffst du sie am besten - Katja von Glinowiecki
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Entscheidungen – so triffst du sie am besten

Entscheidungen – so triffst du sie am besten

 

Das Leben steckt voller Entscheidungen. Manche betreffen nur kurze Situationen, andere können das komplette Leben auf den Kopf stellen. Doch was ist beim Treffen von Entscheidungen wichtig und wie verändert sich die Bereitschaft, Entscheidungen zu fällen, im Laufe des Lebens?

Welche Rolle können Außenstehende bei Entscheidungen spielen?

Viele Menschen wünschen sich, dass ihnen Entscheidungen einfach abgenommen werden. Doch natürlich können wir es uns nicht so einfach machen. Und im Nachhinein betrachtet, würde es auch nicht der richtige Weg sein, jemand anderen unsere Entscheidungen treffen zu lassen. Es verhält sich schließlich so, dass eine Entscheidung, die für den einen richtig ist, für den anderen vollkommen falsch sein kann. Sie sind individuell und daher ist es enorm wichtig, seinen eigenen Weg zu finden.
Vor allem bei Coachings erwarten viele Coachees, dass sie eine fertige Entscheidung vorgesetzt bekommen. Je jünger der Mensch, desto mehr fordert er Entscheidungen ein. Jedoch ist der Ansatz beim Coaching ein anderer. Es kann bereits eine große Hilfe sein, wenn eine außenstehende, neutrale Person dabei hilft, Dinge oder Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Im Coaching wird begleitet und von außen eingewirkt, ohne zu werten.
Was vielen Menschen nicht bewusst ist, ist, dass Entscheidungen in der Regel nicht in Stein gemeißelt sind. Wer einen bestimmten Weg einschlägt, der muss ihn nicht gezwungenermaßen zu Ende gehen. Wenn der Weg sich nicht richtig anfühlt, dann ist es durchaus in Ordnung, abzubiegen, einen Umweg zu gehen, einen Shortcut zu nehmen oder sogar ganz umzudrehen. Entscheidungen lassen sich ändern. Allein diese Sichtweise hilft bereits beim Treffen von Entscheidungen. Die Divise sollte lauten: „Einfach mal machen!“

Was unterscheidet Entscheidungen in der Jugend und im Alter?

Jüngere Menschen haben es im Normalfall schwerer, Entscheidungen zu treffen. Sie haben noch keine Routine entwickelt und legen noch sehr Wert darauf, was andere über sie und ihre Entscheidung denken. Doch es ist wichtig, sich darüber bewusst zu werden, dass man Entscheidungen für sich selbst trifft. Nicht für die Eltern, nicht für die Freunde, nicht für die Gesellschaft, sondern nur für sich selbst.
Je älter man wird, desto weniger zweifelt man an Entscheidungen. Jedoch ist es so, dass sich mit dem Alter Routinen beim Treffen von Entscheidungen einschleichen. Wenn hier alles immer gut und richtig läuft, dann muss man diese nicht hinterfragen. Wer sich jedoch mit eigenen Entscheidungen oft unwohl fühlt, der muss seine Routinen aufdröseln, drehen und wenden und sich schließlich fragen, ob es etwas zu ändern gibt. Hierbei kann eine neutrale, wertfreie Person ebenfalls eine wichtige Unterstützung darstellen.
Auch der Druck, der hinter Entscheidungen steht, ändert sich mit zunehmendem Lebensalter. Beispielsweise berufliche Entscheidungen werden unter völlig verschiedenen Umständen getroffen. Wer am Anfang seiner beruflichen Laufbahn steht, der verspürt einen Druck von der Gesellschaft oder auch den Eltern, nun einen Weg einzuschlagen, direkt nach der Schule zu studieren oder eine Ausbildung zu beginnen und gleich zu arbeiten. Oftmals kann man in diesem jungen Alter jedoch noch nicht wissen, was einem Spaß macht und was man wirklich möchte. Statt lebensverändernde Entscheidungen zu treffen, sollte man sich ausprobieren. Auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Hauptsache die Richtung stimmt. Wie das Ziel dann erreicht wird, ist ganz individuell.
In späteren Jahren werden berufliche Entscheidungen anders getroffen. Jetzt noch die Richtung zu ändern, fällt schwer. Man hat eine Verantwortung gegenüber der Familie, einen Lebensstandard, etc.

Ein Tipp zur Entscheidungsfindung
Entscheidungen werden oft mit Sachargumenten erklärt. Dabei finden sie eigentlich nicht im Kopf, sondern im Bauch statt, wo auch Gefühle entstehen. Wer also an einer Entscheidung zweifelt, der sollte sich in Ruhe hinsetzen, einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand nehmen und aufschreiben, welche Gefühle die Entscheidung begleiten. Überwiegen die positiven oder die negativen? Es reicht nicht, eine Entscheidung rational begründen zu können, wenn sie überwiegend negative Gefühle hervorruft. Ein Beispiel wäre eine Auswanderung. Auf der positiven Seite könnten Dinge stehen wie die Abenteuerlust, Neugierde, Forscherdrang. Auf der negativen stehen dann eventuell die Aufgabe des Berufs, Angst, Verantwortung gegenüber der Familie. Am Ende sollte die Entscheidung ausbalanciert sein – das gibt Sicherheit und hilft, sachliche Argumente für eine Entscheidung zu finden.